Ressourcenschutz

Abfälle werden heute nicht mehr abgelagert oder vergraben, denn sie enthalten wichtige Ressourcen.

Sekundärrohstoffgewinnung – Metalle

Die Rückgewinnung von Eisenmetall aus Restabfall spart durchschnittlich 10 bis 15 Megajoule Energie pro Kilogramm. Das entspricht zirka 1/3 Liter Mineralöl. Bei Aluminium sind es sogar 190 MJ/kg und bei Kupfer 30 bis 45 MJ/kg, die pro verarbeitetem Kilogramm Metall eingespart werden. Darüber hinaus ist die Qualität des durch mechanisch-biologische Behandlung zurück gewonnenen Metalls deutlich besser als das aus der Schlacke von Müll­verbrennungs­anlagen isolierte, schon einmal stark erhitzte Metall.  

Die Nutzung von hochwertigem Ersatz­brennstoff anstelle von Steinkohle spart im Heizkraftwerk der Stadtwerke Neumünster jedes Jahr rund 89.000 Tonnen Steinkohle ein. Dabei werden gleichzeitig Kohlendioxid-Emissionen eingespart. Rund 110.000 Tonnen Kohlendioxid sind es jährlich, die im Vergleich zur Kohle­verbrennung eingespart werden. Eine Energie­effizienz­analyse, durchgeführt von einem unabhängigen Ingenieur­büro, zeigt außerdem, dass die MBA Neumünster gut 56 % des Energie­gehalts des von ihr behandelten Abfalls nutzt. Das heißt, dass rund 56 % der Energie, die in einer Restmüll­tonne aus dem Einzugs­gebiet der MBA Neumünster enthalten ist, beim Endkunden in Form von Strom und Fernwärme wieder ankommt. Das Ingenieurbüro hat auch die erzeugte Netto-Primärenergie aus dem produzierten Ersatz­brennstoff berechnet. Das Ergebnis nach Abzug aller für die Behandlung erforderlichen Eigenenergie: Pro verarbeiteter Tonne Abfall erzeugt die MBA Neumünster 1.568 Kilowatt­stunden Energie (elektrischer Strom und Wärme). Damit ist sie Spitzen­reiterin im bundesweiten Vergleich der mechanisch-biologischen Abfall­behandlungs­anlagen.    

Rund 65 % des in der MBA Neumünster verarbeiteten Abfalls wird zu Brennstoff. In der Thermischen Ersatz­brennstoff-Verwertungs­anlage (TEV) am Heizkraftwerk der SWN Stadtwerke Neumünster kommt er zum Einsatz. Durch die biologische Behandlung in der MBA verringert sich die Abfall­menge um rund 25 % an organischer Substanz und Wasser. Der Anteil der aussortierten Metalle beläuft sich auf 3,5 %. Nur 6 % des MBA-Inputs müssen noch auf einer Deponie entsorgt werden. Im Einzelnen sind das eine sandige Feinfraktion und eine mineralische Schwer­fraktion, die über­wiegend aus Steinen und Scherben besteht. Aussortierte Störstoffe, wie Matratzen, Taue und Fischer­netze, machen einen Anteil von weniger als 0,5 % aus. Sie werden an andere Aufbereitungs­anlagen abgegeben und erfahren dort eine gesonderte Behandlung.